Wasserball, eine vielfach unbekannte Randsportart
Sind Sie gerne im Wasser und mögen Ballsportarten? Wenn ja, dann sollten Sie Wasserball spielen! Denn Wasserball verbindet auf perfekte Weise Schwimmen und Ballsport. Entgegen der vorherrschenden Meinung ist dieser Mannschaftssport jedoch keine Kampfsportart.
Eine spannende Sportart
Wasserball ist sehr populär, spielt jedoch in den gängigen Medien kaum eine Rolle. Die Gründe dafür sind schwer nachzuvollziehen, denn diese Sportart ist spannend: wechselnde Spielszenen mit vielen Toren auf einem gut überschaubaren Spielfeld, interessante Zweikämpfe und nicht zuletzt gut durchtrainierte Athleten. So kann ein Wasserballspieler z. B. bis zu 9 Liter Lungenvolumen haben, der "normale" Mensch bringt es dagegen nur auf 4 bis 5 Liter.
Geschichte des Wasserballspiels
Das Wasserballspiel wurde nachweislich erstmals 1869 in Großbritannien unter dem Namen "water polo" betrieben. Der Sport entwickelte sich aus einer Art "Rugby im Wasser", das in den Flüssen und Seen Englands gespielt wurde. Der Spielball war ein mit Luft gefüllter Lederball, der aus Indien kam und dort "pulu" hieß, daher der Name "water polo". Damals wurden die Tore noch mit Flaggen markiert und dem Torwart stand zeitweise ein Ruderboot zur Verfügung.
Im Jahr 1900 wurde Wasserball olympisch und gilt seitdem als der älteste olympische Mannschaftssport. Bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris fand auch das erste Länderspiel der deutschen Wasserballgeschichte statt. Jedoch erst im Jahre 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam war es so weit, Deutschland wurde Olympiasieger im Wasserball. Besonders Ungarn hat dem Wasserball-Sport Jahrzehnte seinen Stempel aufgedrückt. So ist auch der Ungar Deszo Gyarmati der erfolgreichste Wasserballer aller Zeiten mit vier Gold und einer Silbermedaille in 5 Olympischen Spielen.
Bei den Olympischen Spielen in Athen letztes Jahr, haben sich auch die deutschen Wasserballer beachtlich geschlagen: Sie schafften es am Schluss auf Platz 5.
Regeln für Wasserball
Eine Mannschaft besteht aus dreizehn Spielern, wovon sich sieben im Wasser befinden (inklusive dem Torhüter), sowie sechs Ersatzspielern, die nach einem Torerfolg in das Spiel eingewechselt werden können. Gegnerische Mannschaften unterscheiden sich durch die Farbe der Kappen (hell oder dunkel). Die Torhüter tragen rote Kappen, und nur sie dürfen beide Hände gleichzeitig benutzen. Die Kappen sind mit Plastikmuscheln versehen, die verhindern sollen, dass bei einem Schlag auf das Ohr das Trommelfell platzt.
Jeder Angriff darf maximal 35 Sekunden dauern. Vor einem Torschuss muss der Ball von mindestens zwei Spielern berührt worden sein. Ein Tor kann mit jedem beliebigen Körperteil erzielt werden, allerdings darf der Ball nicht mit der Faust geschlagen werden. Bei Fehlern oder Regelverstößen wie beispielsweise dem Festhalten des Balls mit beiden Händen oder dem Untertauchen eines Gegners werden Frei- oder Strafwürfe (letztere von der 4-m-Linie) gegeben.
Bei internationalen Begegnungen ist das Spielfeld 30 m lang und 20 m breit (für Frauen 25 m x 17 m) und die Wassertiefe muss mindestens 1,80 m betragen. Die Tiefe soll verhindern, dass die Spieler im Wasser stehen können, sie müssen sich durch ständiges Schwimmen über Wasser halten. Die Tore sind 3 m breit und 0,9 m hoch (über dem Wasser).
Rund eine Stunde dauert in der Regel eine Partie mit allen Pausen. Die effektive Spielzeit beträgt 4 mal 7 Spielminuten. Bei einer Pause wird die Uhr gestoppt. Der Ball für Männer hat einen Umfang von 68 - 71 cm und ein Gewicht von ca. 450 g.
Derzeit spielen 10 Vereine in der 1. Wasserball-Bundesliga, auch DWL (Deutsche Wasserball Liga) genannt. Die herausragende Mannschaft der letzten Jahre und der Serienmeister heißt Wasserfreunde Spandau 04.
Es gibt sogar ein Magazin in dem sich alles um das Thema Wasserball dreht. Es heiß "SPLASH" und erscheint 2-monatlich im Huddle Verlag.
Sollten Sie nun Lust bekommen haben, Wasserball auch in Ihrem eigenen Pool zu spielen, geht das ganz einfach. Trommeln Sie einige Freunde zusammen, legen Sie die Mannschaften fest, wählen Sie die Torhüter und Schiedsrichter, und schon steht einer Partie im kühlen Nass nichts mehr entgegen. Als Ausrüstung reichen zwei Tore und ein Ball, erhältlich im guten Sportfachhandel.
